Vorweg
Das Nadeln, egal in welcher Körperregion, sind ganz bestimmt keine übliche Spielart. Dennoch ist es verbreiteter als man denkt. Wenn Ihr es an Euch selbst praktiziert ist es Eure eigene Entscheidung. Möchtet Ihr diese Praktik allerdings innerhalb einer D/S-Beziehung an Eurem Partner durchführen, solltet Ihr ganz besonders Feingefühl beweisen.
Das Nadeln birgt ein nicht zu vernachlässigendes Risiko. Das solltet Ihr immer bedenken.
Wenn Ihr euch für dieses, doch sehr gewagte Spiel entscheidet, solltet Ihr die notwendigen anatomischen und hygienischen Hintergrundinformationen haben. Auch solltet Ihr die Auswirkungen dieser Praktik kennen.
Das "Nadeln" ist eine Praktik, welches sich überwiegend über die Empfindungen, also im Kopf abspielt und weniger der körperliche Effekt das auslösende Moment ist.
Das Wissen um das Geschehen macht meist den Reiz aus. Alleine das vorsichtige streicheln mit einer Nadel kann für Liebhaber dieser Praktik sehr erotisch sein.
Die körperlichen Auswirkungen beim Genadelten ist der Ausstoß körpereigenen Substanzen wie z.B. Adrenalin und Endorphin, die je nach Neigung sogar zu Orgasmen führen kann.
Daher ist große Vorsicht geboten, wenn man eine größere Körperfläche nadelt. Der Köper denkt, er hätte eine große Verletzung und schüttet reichlich Endorphine aus. Dies kann zu ungewollten Effekten wie z.B. einer Ohnmacht führen.
Ganz wichtig ist, vorher zu testen, ob das zu nadelnde Objekt zu Narbenbildung neigt. Ihr wollt bestimmt keine unschönen dauerhaften Spuren hinterlassen.
Diese Beschreibung befreit Euch nicht von Eurer Eigenverantwortung. Auch übernehmen wir keinerlei Haftung, sollte es zu Schädigungen kommen.
Absolute No-gos
Die Verwendung von unsterilem Material. Eure eigene Gesundheit sollte Euch die wenigen Cent Mehrkosten wert sein.
Auch muss die Einstichstelle gründlich Desinfiziert werden und dies zweimal. Bedenkt auch die Einwirkzeit der Mittel.
Ebenfalls solltet Ihr Euch selbst vor möglichen Infektionen durch das Tragen von Handschuhen schützen.
Aber bedenkt bitte immer, Ihr selbst führt diese Praktik durch und seid damit ganz alleine für Euch, Euren Partner und die eventuell daraus folgenden Infektionen oder Komplikationen verantwortlich.
Grundlegendes
Die Nadeln werden niemals senkrecht gestochen, sondern immer in einem recht flachen Winkel unter die Haut.
Ob Ihr dabei die Nadel durchstecht oder nicht, hängt zum einen von der genadelten Stelle, als auch vom Empfinden des Genadelten ab.
Überzeugt Euch vor dem Stechen immer davon, dass Ihr keine Blutgefäße trefft. Und keinesfalls in Regionen stechen, welche bekanntermaßen von vielen Nerven durchzogen sind wie beispielsweise der Kitzler.
Wie lange die Nadel unter der Haut verbleibt ist Geschmackssache. Allerdings sollte es nicht allzu lange sein um den Eintritt von Keinen nicht allzu viel Vorschub zu leisten.
Was braucht Ihr zum Nadeln
Alkoholtupfer oder Desinfektionsmittel zur Desinfektion rund um die Einstichstelle.
Handschuhe. Bitte niemals die sterilen Gegenstände mit bloßer Haut anfassen. Damit macht Ihr jegliche Keimfreiheit sofort zu Nichte.
Gute Beleuchtung.
Und nicht zuletzt einen sogenannten Abwurfbehälter. Darin entsorgt Ihr die benutzten Kanülen. Ihr wollt sicher nicht, dass Euer Nachbar, wenn er seinen Müll in die Tonne bringt, plötzlich Eure Kanüle in der Hand stecken hat.
Nadelgrößen und Arten
Benutzt bitte immer sterile Injektionsnadeln. Akkupunkturnadeln sind sehr biegsam und können daher schwer gezielt gelenkt werden. Sogenannte Infusionsnadeln sind meist viel zu dick und bergen daher eine höhere Gefahr.
Welche Grösse Ihr verwendet obliegt dem Empfinden des Genadelten. Anfangs empfehlen wir die Verwendung von längeren, aber dünneren Nadeln wie z.B. 0,5 mm x 25 mm oder 0,6 mm x 30 mm.
Je geübter Ihr werdet umso dicker und auch kürzer können die Nadeln werden.
Alles Notwendige findet Ihr hier.
Wie geht Ihr nun vor
Zunächst solltet Ihr Euch Zeit nehmen. Macht das Ganze am besten in einem warmen Raum. Über die Zeit hinweg wird es sonst unangenehm. Achtet auch darauf, dass Ihr ausreichend Licht zur Verfügung habt.
1. Vorbereitung
Legt alle notwendigen Utensilien bereit. Lasst alle sterilen Verpackungen noch geschlossen. Wenn Ihr alleine seid, bitte auch ein Telefon für Notfälle.
2. Handschuhe
Zieht unmittelbar, bevor Ihr loslegt die sterilen Handschuhe an, am besten wascht Ihr Euch vorher nochmal die Hände. Und raucht jetzt bitte nicht erst noch mit den Handschuhen eine Zigarette oder esst ein Stück Kuchen *zwinker*.
3. Desinfektion
Desinfiziert die Einstichstelle mit Alkoholtupfern oder Desinfektionsmittel. Erst mal kurz Wischdesinfizieren und anschließend nochmal die Einstichstelle und die eventuelle Austrittsstelle desinfizieren. Beim ersten Mal sollen Partikel entfernt werden – beim zweiten Mal alles nochmal gründlich desinfiziert werden. Das Mittel in den Tupfern benötigt ca. 30 Sekunden um die Keime abzutöten.
4. Vorbereitung der Nadeln
In der Zwischenzeit packt Ihr die Injektionsnadel aus und achtet darauf Euch nicht selbst zu stechen. Packt immer nur eine Nadel aus und legt sie bitte nicht zwischendurch irgendwo ab.
5. Setzen der Nadel
Zum setzen der Nadel fasst Ihr sie am unteren Ende an dem runden Plastikende an und stecht sie an der entsprechenden Stelle ein.
Achtet dabei bitte auf Blutgefäße, die sich in der Nähe der Einstichstelle befinden. Blutgefäße sind entweder die bläulichen Linien unter der Haut oder als "federnde Schläuche" unter der Haut tastbar - und wo's pulsieren sollte, viel Abstand halten...
Setzt die Nadel immer in einem sehr flachen Eintrittswinkel.
Schiebt sie so weit unter die Haut, wie es Euer Partner möchte.
Verwendet jede Nadel immer nur ein einziges Mal, ansonsten geht Ihr ein enormes Infektionsrisiko ein.
6. So beendet Ihr das Nadeln
Möchtet Ihr die Nadeln entfernen, zieht Ihr sie langsam heraus. Es kann passieren, dass aus der Einstichstelle etwas Blut kommt. Wischt dieses dann nicht mit der Hand ab, sondern benutzt Desinfektionsmittel dazu.
Die verwendeten Nadeln entsorgt Ihr in einem Abwurfbehälter und die Handschuhe, wie auch die Desinfektionstupfer im Mülleimer.
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vor 1 Woche 5 Tage